Stolz kann man auf die lange Geschichte der Christuskirche in Rumbach verweisen.


 


    Bereits im elften Jahrhundert wurde sie erbaut, unter dem jetzigen Chor liegen noch die Grundmauern zweier romanischer Apsiden. Die Mauern des Kirchenschiffs sind heute noch Zeugen dieser Zeit.

In frühgotischer Zeit, also um das Jahr 1200, wurde dann der Turm errichtet.
Gegenüber dem Turm erhielt - nach der Verlängerung des Schiffs in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts - die Kirche ein gotisches Portal. Auch wenn man heute wieder durch diesen Eingang das Gotteshaus betritt, so wurde er über 250 Jahre lang, bis 1958, nicht benutzt.
 
    Durch Krieg und Natur war das Portal zugeschüttet; der Besucher betrat die Kirche durch die Südseite.

Dann 1720 nachdem der Dreißigjährige Krieg und die französischen Truppen ihren Teil zu den Zerstörungen beigetragen hatten, wurden auf der Südseite die barocken Fenster und das Portal eingebaut. Auch das obere Turmgeschoss und die Turmhaube wurden dem Stil angepasst. Die alte Steinkanzel erhielt ihren barocken Unterbau, und so bekam die Kirche ihr Aussehen bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts.

 
   
Aber nicht nur der äußere Kirchenbau wurde im Lauf der Geschichte renoviert und verändert. Die ursprünglich dem heiligen St. Gangolf, dem Schutzpatron der Pferde und Helfer bei gefährdeten Ehen, geweihte Wahlfahrtskirche wird nach der Reformation lutherisch.

Dass die Rumbacher Kirche heute nicht mehr nach dem heiligen Gangolf benannt ist, sondern den Namen "Christuskirche" trägt, entspringt den Überlegungen und Beschlüssen der Gemeindeleitung Ende der 50er Jahre des 20. Jahrhunderts.

Die Christusfreske an der Nordwand des Chores gab schließlich den Ausschlag zur Neubenennung der Kirche und betont somit die Mitte des Glaubens.

 


    Auf der breiten Innenfläche des Chorbogens waren insgesamt vier sitzende Propheten gemalt, von denen drei erhalten sind. Sie sitzen unter orientalisch anmutenden Baldachinarchitekturen. Auch in der Mitte zwischen den Prophetenbildern ist ein Ornamentstreifen gemalt, der sich vielleicht ursprünglich auch im Chor unterhalb der Passionsfolge fortsetzte.

 
    An der östlichen Langhauswand, südlich des Chorbogens, finden sich auf einem Bildfeld in zwei Reihen übereinander sieben sitzende Apostel und Christus. Allerdings wurden hier bei den Restaurierungsarbeiten besonders starke Ergänzungen vorgenommen. So ist der obere Bildstreifen weitgehend neu. Aufgrund ihrer Attribute sind oben von links nach rechts Judas Thaddäus, vermutlich Thomas und Andreas zu sehen. Unten sind Johannes, Christus, Petrus mit dem Himmelstor und Paulus zu erkennen.

 
    Die Fragmente an der nördlichen Langhauswand befanden sich ursprünglich weiter oben und wurden erst bei der Renovierung unter die Empore versetzt. Das linke Bild zeigt ein Kruzifix und darunter drei weinende Frauen. Es handelt sich hierbei um Brüchstücke verschiedener Bilder, die hier zusammengefügt wurden.

 
    Auf dem anderen Wandbild, das ebenfalls etwa einen Quadratmeter misst, ist ein Baum mit sieben Vögeln gemalt. Diese primitive Darstellung gab mehrmals Anlass zu den verschiedesten Deutungen. So könnte es sich um das Gleichnis vom Senfkorn handeln, in dem Jesus das Himmelreich mit einem Senfkorn verglich, welche das kleinste unter allen Samenkörnern war, das auf einem Acker ausgesät wurde. Das ausgewachsene Senfkorn allerdings wächst zu einem Baum heran, in dessen Zweige die Vögel wohnen. Wahrscheinlich handelt es sich bei dem Bild jedoch um einen Lebensbaum.

 
    Entstanden sind die Malereien des Chores vemutlich in der ersten Hälfte bis Mitte des 14. Jahrhunderts. In diese Zeit gehören wohl auch die etwas altertümlich anmutenden Prophetengestalten im Chorbogen ebenso wie die Apostel an der Westwand. Älter scheint lediglich das Bild mit den Vögeln an der Wand zu sein.